Im Zuge der Recherchen habe ich auch den
berühmten Weltumsegler Wilfried Erdmann angeschrieben.
Leider hat er die Klee´s nie unterwegs getroffen.
Er schrieb mir:
Sehr geehrter Herr Molitor,
vielen Dank für Ihre Mail. Leider kann ich
nichts zu Ihrer Seite beitragen. Ich bin Friedel Klee nie begegnet. Weiß
aber, dass er trotz unzufriedener Phasen eigentlich glücklich war, im
hohen Alter noch übers Meer segeln zu können. Soweit meine Kenntnisse zu
Friedel Klee.
Ihnen alles Gute und vielleicht haben Sie bei
anderen Weltumseglern mehr Erfolg - zum Beispiel bei B. Pieske, der ist
ihm mehrfach begegnet.
Viele Grüße
Wilfried Erdmann
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
An dieser Stelle möchte ich (Franz-Josef Molitor) eine Stelle aus dem
Klee-Buch "Die Welt ist noch weit" zitieren.
Das Buch endet nach der Kenterung vor der Küste
Alaskas. Im letzten Kapitel danken Ursel und Friedel Klee den vielen
Menschen, die bei der Schadenregulierung von rund 25.000 DM segensreich
mitgewirkt haben. (Das Schiff war nur gegen Totalschaden versichert - somit
gab es von Pantaenius berechtigterweise nach Besichtigung durch den
Gutachter Captain Hopkinson keinen Pfennig an Entschädigung.)
Buchzitat Seiten 263 + 264:
25.000 Mark, das ist ein hohes Ziel, eine Herausforderung, so viele Arbeiten
selber zu machen, dass wir wesentlich günstiger davonkommen. Wir gehen
sofort ran. Mitten in der staubigen, schmierigen und kaltnassen Wühlerei
erreichen uns Nachrichten aus Deutschland. Wir erfahren, dass viele Freunde
an uns denken und uns großzügig helfen. Dieter (Clemens, Ergänzung d. R.)
sorgt erfindungsreich für schnellen Nachschub. Heinz Dehler (Compass)
schickt sofort ein dickes Paket molliger Winterkleidung und organisiert
unter Freunden eine finanzielle Wiederaufrichtungsaktion, ebenso Rudi
Hubrich am Bodensee. VARTA sorgt über den kanadischen Importeur für eine
dicke Batterie zu Sonderbedingungen, Fayrmann hilft mit Motorteilen, Cassens
& Plath mit einer gnädigen Rechnung für Sextantenteile, und Steiner tauscht
unser Fernglas kostenlos aus. Die größte Hilfe aber gibt uns Wilfried
Erdmann, der uns den gesamten beträchtlichen Erlös eines seiner Vorträge zur
Verfügung stellt. - Zitatende.
Obwohl Wilfried Erdmann die Klee´s persönlich nicht
kannte, ging seine Anteilnahme so weit, dass er sie mit einer
großzügigen Geldspende bedachte.
Diese Tat der deutschen Segellegende Wilfried Erdmann
verdient es durchaus, hier noch einmal besonders erwähnt zu werden.
Franz-J. Molitor
Der jetzt 61-jährige Wilfried Erdmann gehört
zu den außergewöhnlichen – und längst nicht ausreichend gewürdigten –
Seglern Deutschlands.
Er hat keine Schnelligkeitsrekorde gewonnen, aber er
hat seglerische Leistungen gebracht, die auch im internationalen Vergleich
herausragend sind. Er hat bei seinen zwei Einhand-Weltumrundungen gezeigt,
wie sorgfältige Planung und Seemannschaft – und eine hervorragende Kenntnis
der See – ein Millionen-Budget aufwiegen. Vor allem bei seiner zweiten
Umrundung des Globus' gegen Wind und Strom, als einer von weltweit nur vier
Menschen, die dies geschafft haben: Am 23. Juli 2001 kam Erdmann nach 343
Tagen auf See, als Ältester und mit dem kleinsten Boot bisher, in Cuxhaven
an.
Quelle: www.seglermagazin.de