Test SPRINTA 70

Wer hat noch Tipps für die SPRINTA-Segler? Immer nur her damit!
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Diesen Text habe ich aus dem Original-Test der Yacht vollständig entnommen:

Dehlers jüngste Schöpfung, seit geraumer Zeit schon auf dem leeren Platz zwischen Varianta und Delanta in Anzeigen angekündigt, war kaum auf dem Markt, da konnte die Produktion auch schon voll anlaufen, denn im Handumdrehen wurden 250 Einheiten verkauft. Die Werft aus dem Ruhrpott genießt inzwischen solches Vertrauen, daß die Kunden sozusagen unbesehen kaufen, zumal der Konstrukteur der Dehler-Schiffe, E. G. van de Stadt, weltweite Reputation hat und daher schon Garant für einen gelungenen Entwurf zu sein scheint.

Da das holländische Konstruktionsbüro auf keinerlei Rennformel Rücksicht zu nehmen brauchte, entstand ein Boot von hübschem Aussehen mit vollem U-Spant und fast jollenförmigem Unterwasserschiff. Wie viele andere van-de-Stadt-Schiffe, so hat auch die Sprinta ein Schweberuder, das in der Regel zu besonders guter Manövrierfähigkeit führt. Andererseits muß man häufig dafür ein "nervöses" Schiff in Kauf nehmen, und selbstverständlich ist eine besonders kräftige Dimensionierung des Ruderschaftes vonnöten.

Bei der praktischen Erprobung zeigte sich denn auch, daß die Sprinta augenblicklich aufs Ruder reagiert und in nur 13 Sekunden eine 360Grad-Drehung unter Segeln vollbringt. Man müßte also dieses Boot als "nervös" einstufen, wäre nicht eine ausgezeichnet wirkende Feststellvorrichtung vorhanden, mit der man stufenlos das Ruder arretieren kann. Nimmt man die zu Hilfe, so läßt sich am Wind eine gute Kursstetigkeit erzielen, und auch bei halbem Wind kommt man bei gefühlvoller Einstellung zu befriedigenden Ergebnissen, nicht dagegen vor dem Wind. Da macht sich dann das Fehlen einer stabilisierenden Hacke bemerkbar. Auf der anderen Seite kann die Sprinta beinahe wie eine Jolle gesegelt werden, das heißt, enge Hafenbecken und Pfahlreihen verlieren dank der auf dem Teller möglichen Wenden ihren Schrecken. Die gute Manövrierfähigkeit bleibt auch erhalten, wenn das Boot unter Groß oder Fock allein gesegelt wird. Das Segeltragvermögen ist infolge der Formstabilität und des 40prozentigen Ballastanteils relativ groß, sollte aber nicht überstrapaziert werden, weil bei etwa 35 Grad Krängung die Ruderwirkung stark nachläßt. Das kann sogar dazu führen, daß die Sprinta unkontrollierbar in den Wind schießt. Sind also starke Böen in kritischen Fahrwassern zu erwarten, so sollte man jederzeit bereit sein, die Großschot loszuwerfen.

Besonders beeindruckt waren wir von der Segelbedienung. Nicht nur, daß die Fallen in die Plicht geführt werden - auch das Reffen des Großsegels erfolgt von hier aus, und zwar leicht und zuverlässig. Crew-Mitglieder auf einer Sprinta brauchen also nur selten auf dem Vorschiff herumzuturnen. Wir meinen, dies ist ein hervorragender Beitrag zur Sicherheit, und niemand sollte die geringen Extrakosten hierfür scheuen. Durchaus zufrieden stellend funktionierte auch die Selbstwendefock, deren Vorzüge Segler zu schätzen wissen werden, die häufiger in kurzen Schlägen aufkreuzen müssen. Zum Trimmen der Segel ist alles Nötige vorhanden, so zum Beispiel Vorliekstrecker, Baumniederholer und ein Achterstag mit Hahnepot, mit dessen Hilfe man die Mastkrümmung kontrollieren kann.

Eine Einbaumaschine ist nicht vorgesehen. Stattdessen entwickelte die Werft eine aufholbare Halterung für einen Außenborder, die in einer Aussparung des Spiegels montiert wird. Gleichzeitig wurde ein 18 Liter fassender Tank aus Niro mit Inhaltsanzeige konstruiert, der außerhalb der Plicht gehaltert wird, so daß eventuelle Leckagen nicht zu einer Gefährdung führen.

Die Motor-Leistung sollte unserer Ansicht nach zwischen 6 und 10 PS (4,5 und 7,5 kW) liegen. Bedingt durch die Halterung ist der Außenborder auch im abgesenktem Zustand nahe am Boot, so daß die Bedienung von Gang und Gas ohne Verrenkungen möglich ist.

Im Grundpreis ist schon viel Ausrüstung enthalten der Prospekt nennt das "Komplett-Angebot", doch sollte man überlegen, ob man nicht mit der TouringAusführung günstiger wegkommt. Für rund 2400 Mark mehr liefert die Werft dann so wichtige Dinge wie elektrische Anlage, zur Plicht geführte Fallen, Wendefock, Schnellreffer, Spinnaker-Einrichtung, Heißgeschirr und weniger wichtige, wie Windex und die Sonderfarbe für den Decksaufbau. Man kann freilich die genannten Sonderausstattungen auch einzeln aber, allerdings wird's dann ein klein wenig teurer, denn beim sogenannten Paketangebot gibt es rund zehn Prozent Rabatt. Alle verwendeten Teile, egal ob Eigenanfertigungen des Unternehmens oder von Zulieferanten stammend, verdeutlichen das Bemühen der Werft, der Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus zu sein. Diese Bemühungen sind ohne Zweifel von Erfolg gekrönt, denn bei keiner anderen Kleinkreuzerwerft entdeckten wir ein so hohes Maß an Perfektion, auch bei kleinen, unscheinbaren Details.

Die Einrichtung unter Deck zeugt ebenfalls von gründlicher Planung mit dem Ergebnis, daß der zur Verfügung stehende Platz gut genutzt wurde. So finden wir in der Kajüte, deren Höhe unterm Luk 1,51 Meter beträgt und auf 1,42 Meter bei der Maststütze abnimmt, zwei Kojen von 1,90 Meter Länge. Sie sind am vorderen Ende 42 Zentimeter und achtern 65 Zentimeter breit. Hundekojen sind nicht vorhanden. Der Raum wird vielmehr an Backbord-Seite von einer herausziehbaren Pantry eingenommen, die zweiflammigen Kocher und Spüle sowie Fächer für Geschirr, Gläser und Bestecke enthält. Nur Töpfe und Pfannen müssen anderweitig untergebracht werden. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Hundekojenraum als Schrank genutzt. Schwalbennester, hochklappbare Rückenlehnen und ein Tisch schwenkbar und in der Höhe verstellbar - ergänzen die Ausstattung der Kajüte. Das durch einen Vorhang abteilbare Vorschiff besteht im wesentlichen aus einer vorne spitz zulaufenden Liegefläche von 2,20 Meter Länge und 1,78 Meter Breite am Schott. Ein Kisseneinsatz in der Mitte gibt den Zugang zu einem Raum frei, in dem ein WC installiert werden kann. Stauräume sind unter den Kojen, ferner unter der Decke Staunetze und ein großes flaches Klappfach. Ein Vorluk existiert nicht. Man mag es als Fluchtmöglichkeit vermissen, doch auf die Belüftung hat das keinen Einfluß, weil eine Öffnung zum Ankerstauraum und seitliche Luftlöcher für ausreichende Luftzirkulation sorgen.

Das aus Matten und Rovings bestehende Rumpflaminat ist nach Angaben der Werft 6 bis 18 Millimeter stark und wird im Handauflegeverfahren hergestellt, während das Deck aus insgesamt 15 Millimeter dickem Sandwich-Laminat besteht. Rumpf und Deck werden zusammenlaminiert. Mit einer Matte wird auch die Innenschale befestigt, so daß sie zur Aussteifung des Rumpfes beiträgt. Bedenken hinsichtlich mangelnder Festigkeit braucht man nicht zu hegen, da alle Einbauten solide befestigt sind, so etwa die Rüsteisen mittels Niro-Stangen am Rumpf beziehungsweise am Kajütschott. Nicht so gut gefallen hat uns dagegen das Fehlen von Seeventilen für die Plicht-Entwässerung. Nach Dehlers Meinung sind jedoch die einlaminierten Kupferrohre, die über die Wasserlinie reichen, besser, da Seeventile leicht verstopfen können und dann den Wasserablauf (im entscheidenden Moment) verhindern. Ein Seeventil fehlt auch beim über der Wasserlinie auftretenden Spülenabfluß.

Die Plichtbänke der Sprinta sind 1,84 Meter lang bei etwa 34 Zentimeter Breite, bieten also Platz genug, um sich mal auszustrecken. Während an Backbord ein Gasflaschenfach einlaminiert ist, befindet sich gegenüber eine Backskiste. Weiterer Stauraum ist unter dem Plichtboden, der aus zwei großen, an Scharnieren befestigten Klappen besteht. Ungewöhnlich auch das große Klappluk im Kajütdach. Segler, die in wärmeren Zonen unterwegs sind, werden diese Einrichtung sicherlich begrüßen.

YACHT-Urteil

Es gibt eine Menge Kajütboote, die trailerbar sind, aber hinsichtlich der Bewohnbarkeit nur Minimal-Ansprüche erfüllen, andererseits werden diverse geräumige Einheiten als Trailerschiffe angepriesen, die es aufgrund ihres Gewichtes in keiner Weise sind. Die Sprinta hingegen ist bewohnbar, auch über einen längeren Zeitraum, und einigermaßen problemlos trailerbar. Besitzer größerer Wagen können also entfernte Reviere ansteuern, selbst solche der rauheren Art, denn infolge der soliden Bauweise und der Sicherheitseinrichtungen dürften mit dem Schiff auch widrige Situationen zu meistern sein.

Technische Änderungen:

Die inzwischen 750 Mal produzierte Sprinta 70 kann auch mit einem 6-PS-Farymann-Diesel ausgerüstet werden. Außerdem haben alle Yachten jetzt Seeventile an der Spüle. Die Lenzrohre sind weiterhin ohne Ventile und entsprechen ihrer Konstruktion – Rohre fest einlaminiert – gemäß den Forderungen des Germanischen Lloyd.

Der Kurzkieler hat ein integriertes Schwert mit einem maximalen Tiefgang von 1,30 Meter. Die Luvgierigkeit ist bei einer Lage von 35 Grad für eine Yacht mit einem Breite-Längenverhältnis von 3/1 normal.

Auf einen Blick:

Gut:

Fallen ins Cockpit geführt
Großsegel vom Cockpit aus reffbar
Benzintankanordnung außerhab des Cockpits
Pinnenarretierung
Verarbeitung
Selbstwendende Fock
Klappen im Cockpitboden
Rechnerisch ergibt sich eine ausreichende aufrichtende Kraft am Masttopp. Das Boot ist kentersicher.

Schlecht:

Luvgierig bei starker Krängung
Antirutschstruktur bei Nässe unwirksam
Cockpitlenzer ohne Seeventil
Bilge-Abdeckung verschraubt.

Ermittelte Daten:

Geschwindigkeit am Wind 4,7 bis 5 kn
Geschwindigkeit raumschots 5,25 kn
Geschwindigkeit vorm Wind 4 bis 5 kn
36o-Grad-Drehung 13 sec.
Baumaterial Rumpf/Deck GFK
Stehhöhe im Salon 1,50 m
Anzahl der festen Kojen 4
Frischwasserkapazität 60 Liter
Ist das Boot kerntersicher? Ja
Grundpreis segelfertig (ab Werft) 27.970 DM inkl. MwST.
Grundpreis inkl. Standadradzubehör (ab Werft)
32.394,- DM inkl. MwST.
 

 

 

 

 

 


 


 

 

 

 

 

 


 

 

Liebe(r) SegelkameradIn!

Mit der SPRINTA 70 oder der SPRINTA DS besitzt Du ein leistungsfähiges Segelboot, dass Dir hoffentlich sehr viel Freude bereitet!

Leider ist die große Anzahl der SPRINTA-Segler nirgendwo organisiert. In der SPRINTA-SPORT-Klassengemeinschaft sind wir nicht an der richtigen Adresse.

So manch ein SPRINTA-Segler würde sich gern mal mit einem anderen austauschen, Probleme besprechen, Ersatzteile verkaufen oder kaufen, Segel anbieten usw. Aber nirgendwo bietet sich ein entsprechendes Forum für uns.

Daher mein Vorschlag:
Wir bilden hier ein Verzeichnis aller SPRINTA-Segler mit angegebener
e-mail-Adresse. Hierüber kann jeder jeden erreichen und sein Anliegen vortragen.

Ich werde dann, nach Eingang von Anfragen, Angeboten oder Gesuchen, die an meine e-mail Adresse gerichtet sind,  eine News-Letter über den Verteiler an alle versenden.

Wer sich also eintragen lassen möchte, schickt bitte eine
e-mail an mich!

Gruß
Franz-Josef Molitor

 

P.S: Bitte alle SPRINTA-Segler auf diese Seite aufmerksam machen! Präsenz hat noch nie geschadet - sie macht Boote interessanter und trägt wesentlich dazu bei, die Verkaufspreise zu stabilisieren!

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