Nachruf in der "YACHT":
Friedel Klee ist auf See geblieben
IN MEMORIAN
Der Blauwassersegler Friedel Klee (79) wurde am 12.
September vor der Küste Oregons von der Coast Guard tot in seinem
gestrandeten Schiff aufgefunden. Vermutliche Todesursache: Herzversagen.
Friedel Klee war bekannt als kritischer Querdenker und
hintersinniger Buchautor. Mitte der 70er Jahre stieg der in Soest geborene
Westfale aus dem Berufsleben als leitender Angestellter bei der Dehler-Werft
aus, um zusammen mit seiner Frau Ursel nur noch der Langfahrt zu frönen.
1976 starteten sie auf "Vagant", einer Optima 92, zu ihrer ersten
Weltumsegelung. Die Erfahrungen und Erlebnisse dieser dreijährigen Fahrt
schrieben sie in dem Buch "...und immer mal liegt Land im Wege" (Delisu
Klasing Verlag) nieder.
Nach ihrer Rückkehr wurde schnell klar, dass sie für
das Landleben verdorben waren. Im Juni ´82 zog es sie wieder hinaus,
südwärts um Kap Hoorn herum, durch den pazifischen Ozean bis nach
Neuseeland, dann nordwärts an Japan vorbei, entlang der Aleuten, bis sie die
Küste Kanadas erreichten. Von dieser Reise erzählt das zweite Buch "Die Welt
ist noch weit" (ebenfalls Delius Klasing, beide Bücher vergriffen).
Nach dem Tod seiner Frau - Ursel Klee starb 1999 nach
schwerer Krankheit - segelte er meist allein. Auch auf seiner letzten Reise.
Nachruf im PALSTEK:
Weltumsegler Friedel Klee ist totAls "Testsegler"
hat Friedel Klee viele Jahre in der Entwicklung der sauerländischen
Familenwerft Dehler gearbeitet. Die Anfang der siebziger Jahre von
E.G. van de Stadt gezeichnete Optima 92 wurde sein Schiff: 1974
übernahm er den Prototyp und stattete ihn gemeinsam mit seiner Frau Ursel
für eine Weltumsegelung aus. Drei Jahre dauerte diese erste Reise mit
"Vagant"; als Ursel und Friedel Klee zurückkamen, war ihnen klar, dass sie
nicht mehr dauerhaft an Land leben wollten.
1982 folgte eine weitere große Fahrt, rund Kap Hoorn, durch den Pazifik
nach Neuseeland, nach Japan und weiter nordwärts bis nach Kanada. Die
Klees lebten auf ihrem Schiff, überstanden unbeschadet eine Kenterung in
der Dixon Entrance zwischen Alaska und Kanada. In ihren Büchern
...und immer mal liegt Land im Weg und Die Welt ist noch
weit erzählten sie von ihren Reisen und infizierten so viele
Segler mit dem "See-Bazillus".
1999 starb Ursel Klee nach einer schweren Erkrankung; für Friedel Klee
ein unersätzlicher Verlust. Er segelte fortan alleine.
Eigene Gesundheitsprobleme und technische Pannen an seiner "Vagant"
machten ihm zu schaffen. Im Mai dieses Jahres schrieb er an den PALSTEK:
"Ich hoffe nämlich immer noch, dass meine nun schon reichlich lange
andauernde Pechsträhne endlich ein Ende hat, damit ich wenigstens mal
wieder einen Sommer in Ruhe und Frieden segeln kann; Kodiak, Shumagins und
zum Herbst hin über Kalifornien nach Mexiko zum Aufwärmen und für ein paar
überfällige Schönheitsreparaturen."
Wenn auch Friedel Klee so weit nicht mehr gekommen ist, so hat er doch
Frieden gefunden: Am 12. September fand die US-Coast-Guard ihn an der
Küste Oregons tot an Bord seiner gestrandeten "Vagant". Er starb
vermutlich an Herzversagen.